Im frühen 18. Jahrhundert stieß Geiger Giuseppe Tartini auf ein seinerzeit unbekanntes Phänomen: Spielte er zugleich zwei Töne auf seinem Instrument, vernahm er — vergraben in der Klangkulisse — die Frequenz einer nicht gegriffenen dritten Note.
Heute weiß man, dass der menschliche Verstand aus zwei simultan erklingenden Tönen zwingend einen dritten formt: Er fügt den beiden existenten ihre Differenz hinzu (sogenannte Kombinationstöne). Was zunächst wirkt wie mathematischer Unsinn oder bestenfalls umgangssprachliche Binsenwahrheit, ist tatsächlich phänomenologischer Fakt: „Eins und eins ist mehr als zwei“.

Ähnlich verhält es sich auf höherer Ebene: Das Erklingen eines Tones und wie er vom Hörer interpretiert wird, ist keine intrinsische Eigenschaft eines einzelnen Bestandteiles des Instruments (oder des Instrumentes an sich); Es ist Resultat eines differenzierten und nuancierten Ensembles diverser Einzelstücke und Verhältnisse: Saite zu Bund, Instrument zu Spieler, Note zu Akkord und zuletzt: Musiker zu Musiker.
In „ENSEMBLE (MUSIK IN STADT UND LAND)“ wird auf dieses Konzept des Zusam­men­spiels einge­gangen. In einem Gespräch mit Gallinger Instrumenten­bauer Markus Bauern­feind erläutert dieser Unter­schiede und Gemeinsam­keiten der Musik im länd­lichen und städtischen Raum und vergleicht Erinner­ungen an seine Musik­schul­zeit mit heutigen Erfahrungen.

Ganze Dokumentation auf YouTube:

FILMCREDITS: Regie, Schnitt, Ton & Produktion: MICHAEL J. KEPLINGER // Kamera: NIKLAS STRAHAMMER // Im Gespräch mit MARKUS BAUERNFEIND // Musik: „IMPROVISATION“ (live, MICHAEL J. KEPLINGER & OLIVER LOY) // Produziert im Rahmen der MKD20 // in Absprache mit ROLAND SCHWAB // MACRO MEDIA